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Collaborative Writing Tools

Was sind Collaborative Writing Tools?

Collaborative – Writing Tools sind Anwendungen, mit denen man digital Dokumente (z.B. Textdokumente (oder Quellencode) erstellen kann, welche nachher von einer nahezu beliebig großen Nutzergruppe im Team bearbeitet werden können.
Man hat nahezu permanent Zugang zum Dokument, und das Arbeiten zeit- und ortsungebunden ist, wodurch der Text jederzeit verändert werden kann.
Einzige Voraussetzung hierbei ist natürlich eine funktionierende Internetverbindung und eventuelle die Installation der entsprechenden Software.

Kulturgeschichte Aspekte des Themas

„Collaborative – Writing“, also gemeinsames Schreiben gibt es im Allgemeinen schon sehr lange. Als es dann ab den 1990er Jahren die Möglichkeit gab, Texte auch digital zu verfassen und zu überarbeiten, wurde diese Art der Textbearbeitung immer häufiger genutzt.
Jetzt gibt es viele verschiedene Anwendungsprogramme, welche die gleichzeitige Kommunikation und Bearbeitung von Texten weltweit ermöglichen.

Die Vorteile der Collaborative Writing Tools:

  • Der größte Vorteil ist, dass sie unabhängig von Ort und Zeit anwendbar sind, einzige Voraussetzung ist eine Internetverbindung.
  • Sie überwinden den Gegensatz von Leser und Schreiber, weil alle (falls nicht anders geregelt) berechtigt sind, den Text zu verändern.
  • Mit solchen Schreib-Programmen (Blogs und Wiki) ist es möglich Informationen auf mehreren Ebenen zu verknüpfen, in dem man etwa Verlinkungen einfügt, sie zu archivieren und sie auch schnell wieder zu finden.
  • Durch die gemeinsame Kommunikation ermöglichen etwa die Wikis einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess und die Aktualisierung bestimmter Inhalte.
  • Dadurch, dass mehrere Personen gleichzeitig sich mit einem Thema und Text beschäftigen, können auch komplexere Inhalte behandelt werden, an die sich ein Einzelner oft nicht ran wagen würde. Und die Qualität des Textes bleibt hoch.

Die Nachteile der Collaborative Writing Tools?

  • Internetverbindung und bei manchen ist Software (wenn auch gratis downloadbar) Voraussetzung
  • Wenn die Autoren sich keiner gemeinsamen Zielsetzung ihres Textes im Klaren sind, sind die ständigen Bearbeitungen des Textes eher ein Fluch als Segen
    und Meinungs-Verschiedenheiten sind vorprogrammiert.

Bedeutung für die Geschichtswissenschaft

Zur Zeit hat das kollaborative Schreiben noch eine sehr geringe Bedeutung in der Geschichtswissenschaft, da das Konzept und die Idee der Anwendung, Wissen allen öffentlich zugänglich zu machen, sowie die Bearbeitung des Wissens allen zu ermöglichen, den Historikern ein Dorn im Auge ist. Kritik bezüglich der Qualitätssicherung (Quellenkritik bei Wikipedia) wäre in diesem Zusammenhang zu nennen.
Im Gegensatz zu den Geisteswissenschaften ist "Collaborative Writing" in den Naturwissenschaften bereits seit den 1980er Jahren bekannt und wird von ihr bis heute stark genutzt.
Heute zählen gemeinsam verfasste Publikationen aus den Geisteswissenschaften zu den Ausnahmen. Offiziell jedenfalls, da es zwar schon vorkommt, dass auch in den Geisteswissenschaften oft mehrere Personen bei der Entstehung einer Arbeit beteiligt sind, doch am Ende steht meist nur mehr eine Person mit ihrem Namen für den Inhalt.

Einige Collaborative Writing Tools sind

Sonderformen des Collaborative Writing

  • Blogs: sie sind einfach aufgebaut, technisch leicht zu eröffnen und zu betreuen. Eine schnelle und einfache Kommunikation wird ermöglicht, und sie funktionieren auch, wenn nur ein Autor Texte verfasst ( im Gegensatz zu Foren oder Diskussionsgruppen)
  • Wikis: Ziel der Entwickler der Wiki-Technologie war es, eine Anwendung zu entwickeln, wo im Internet auf schnelle und einfache Art, Inhalte gemeinsam erstellt, ergänzt, verändert und für alle zugänglich gemacht werden können. Sie verfolgen das Ziel "open source", wollen Wissen für alle zugänglich machen.

Perspektiven und Erwartungen

Da es in der Geschichtswissenschaft lange Zeit, und auch heute noch großteils üblich ist, für sich und individuell zu Arbeiten, wäre eine Änderung bzw. Anpassung an die heutige Arbeitsweise wünschenswert, ist jedoch schwierig und eher langsam umzusetzen, da das nötige Vertrauen etwa in Anwendungen wie die Wikis fehlt, und deren Verwendung für wissenschaftliche Arbeiten kaum gegeben ist. Jedoch ist ein Trend zur vermehrten Kommunikation über Foren oder Blogs erkennbar, der sich in Zukunft vielleicht noch steigern wird.
Vielleicht werden auch die Historiker bald einen Weg finden, sich eine Kommunikationsform zu erschaffen, zu der sie genügend Vertrauen aufbauen können, und welche auch für Dritte einsehbar ist.

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