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Mise-en-scène

Deutsch

Mise-en-scène

In Szene setzen

Inszenierung

Englisch

Mise en scene

putting into the scene

Französisch

Mise-en-scène

Mise en scène

Defintion von James Monaco

Die Mise en Scène ist für die Filmschaffenden für die Fragen wichtig, was gefilmt werden soll und wie dies geschehen soll. "Die Codes der Mise en Scène sind die Mittel, mit denen der Filmemacher unser Lesen der Einstellung verändert und modifiziert." (Monaco 187) Darunter fallen unter anderem sämtliche Aspekte der Bildkomposition (Bildformat, bildimmanenter Raum, Farbgebung, Lichtsetzung etc.). (Monaco 187ff)

Definition von James Monaco und Hans-Michael Bock

“Filmkritischer Ausdruck für die Inszenierung eines Films, für Schauspielerführung, Lichtführung, Kameraanordnung etc., also im Gegensatz zur Montage. Mise es scène wird dem Realismus zugeordnet, Montage dem Expressionismus.” (Bock Monaco 159)

Definition von David Bordwell und Kristin Thompson

Von allen Techniken des Kinos ist die Mise-en-scène die gefläufigste, nach der Filmsichtung am ehesten erinnerte. Mise en scène (frz.) bedeutet wörtlich übersetzt in Szene setzen (“putting into the scene”) und wurde zuerst im Theater-Kontext verwendet. Es bezeichnet auch die vom/von der Filmemacher/in ausgeübte Kontrolle darüberm, was im Bild passiert. “In controlling the mise-en-scène, the director stages the eventfor the camera.” (Bordwell und Thompson 112) Darunter fallen das Setting, Lichtsetzung, Kostüm, Makeup, sowie das Verhalten der Figuren (“staging”).

Die Elemente der mise-en-scène sind zwar festgehalten, jedoch noch invariabel. Plötzliche Einfälle sowie auch Zufälle (Wetterphänomene etc.) können sich im Nachhinein als nützlich für die Inszenierung, einen dramatischen Effekt etc., herausstellen. Auch die Kreativität der DarstellerInnen, u.a. Improvisation, gestalten die mise-en-scène als spontanes und unvorhersehbares Element des Filmemachens. (Bordwell und Thompson 112)

Die Mise-en-scène gehorcht nicht notwendigerweise den Gesetzen der Alltagsrealität: z.B. kann sie auch in der Funktion komödiantischer Übertreibungen oder übernatürlichen Terrors stehen, bzw. die mentalen Zustände des Protagonisten reflektieren. Jegliche Kritik Realismus betreffend muss auch historisch und kulturell gesehen werden. Was in den 1950er Jahren in den U.S.A. als realistisch galt, kann zur selben Zeit in Frankreich (oder ein Jahrzehnt später in den U.S.A.) als stilisiert angesehen werden. Generell kann folgendes festgehalten werden: “Confining the cinema to some notion of realism would impoverish mise-en-scene." (Bordwell und Thompson 113) 

Zugehörigkeit

Übergeordnete Begriffe

Gestaltungsmittel

Verwandte Begriffe

180-Grad-Regel

Untergeordnete Begriffe

Atmosphäre

Belichtung

Motiv

Szene

Erstnennung

AutorIn

 

Jahr

 

Publikationstitel

 

Publikationsart

 

Beispiele

Wall-E (2008)

Film: Wall-E. Reg. Andrew Stanton. Pixar Animation Studios, 2008. Film. 

In Wall-E sehen wir, wie marginale Details im Setting die Stimmung des Films dominieren und zu diversen Interpretationen verhelfen können. Die Farbpalette von Wall-Es Umgebung reicht selten über Brauntöne hinaus, sämtliche Objekte sind von Staub bedeckt, dazu locker an Oberflächen angebracht und deshalb instabil. Auf der Geräuschebene knarzt und kracht es. Allein diese knappe Darstellung weniger Sekunden von Wall-E machen deutlich, wie die Mise-en-scene filmimmanent von großer Bedeutung ist: Fast sofort erfährt man, dass der Roboter bereits seit langer Zeit in einer Art Ödland verbracht haben muss. Damit kann Einsamkeit assoziiert werden und die Frage evoziert, warum Wall-E einsam und was seine Aufgabe in dieser Umgebung ist.

Weiterführende Literatur

Bock, Hans-Michael, und James Monaco. Film Verstehen. Das Lexikon - Die wichtigsten Fachbegriffe zu Film und Neuen Medien. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt, 2011. Print.

Bordwell, David, und Kristin Thompson. Film Art. And Introduction. 8. Aufl. New York: McGraw-Hill, 2008. Print.

Mikos, Lothar. Film- und Fernsehanalyse. Konstanz: UVK, 2003. Print.

Monaco, James. Film verstehen. Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Medien. Reinbeck bei Hamburg: Rowohlt,  2007. Print.

  1. 21. Nov 2012

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