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Subjektive

Deutsch

Subjektive

Subjektive Kamera

Subjektive Einstellung

Englisch

Point of view shot

POV shot

Subjective camera

Französisch

Caméra subjective

Definition

Eine weitere Form der gezielten Verwendung der Blickperspektive ist die "subjektive Kamera" ("Point of View shot") als Möglichkeit, das Publikum unmittelbar in die Handlung einzubeziehen, es mit den Augen eines oder mehrerer der Akteure sehen zu lassen. Diese häufig auch mit unruhigen, stark bewegungsbetonten Kameraaktivitäten (Seitfahrten, Reißschwenks, "shutter"-Effekten) verbundene Darstellungsstrategie zeigt das Geschehen also aus der Sicht der Beteiligten und versucht so, deren subjektive Wahrnehmung auf den Betrachter zu übertragen. (Korte 43)

Zugehörigkeit

Übergeordnete Begriffe

Blickperspektive

Kameraperspektive

Kameraposition

Verwandte Begriffe

Point of View

Objektive

Untergeordnete Begriffe

Froschperspektive

Vogelperspektive

Herkunft - Etymologische Ableitung

Vom Subjekt ausgehend, subjektiv. Das Gegenteil von objektiv. Weiters siehe Definition.

Erstnennung

AutorIn

 

Jahr

 

Publikationstitel

 

Publikationsart

 

Beispiele

Beispiel einer subjektiven Kameraeinstellung

Film: Vertigo. Aus dem Reich der Toten. Reg Alfred Hitchcock. Paramount Pictures, 1958. Film.

Filmstelle: Ein Privatdetektiv soll eine junge Frau im Auftrag ihres Ehemannes beobachten, da sie sich merkwürdig benimmt und offenbar selbstmordgefährdet ist. Sie scheint sich langsam in das Gemälde einer längst verstorbenen, geheimnisumwitterten Verwandten zurück-zuverwandeln, wie der Detektiv und durch den "subjektiven Kamerablick" auch der Betrachter bemerken: Die junge Frau ist in einem Museum verschwunden. Der Detektiv findet sie schließlich, völlig regungslos auf einer Bank sitzend, in ein Gemälde vertieft. Er beobachtet sie aus einiger Entfernung. Sein Blick fällt auf den neben ihr liegenden Blumenstrauß. Die Kamera schwenkt langsam nach oben - auf das Porträt einer Frau, die im Stil des vorigen Jahrhunderts gekleidet ist - und "fährt" (Zoom) näher heran: Sie hält einen Blumenstrauß in der Hand, der mit dem der Besucherin identisch ist. Schnitt. Sein Blick fällt auf ihre Frisur. Die Kamera "fährt" (zoomt) näher heran, bleibt für einen Moment auf ihrem schneckenförmig zusammengelegten Haarknoten am Hinterkopf stehen und schwenkt wieder langsam auf das Gemälde, nähert sich erneut (Zoom) und zeigt die Frisur der abgebildeten Frau: Sie trägt einen fast identischen Haarknoten. Er betrachtet noch einmal lange das Porträt und die immer noch versunken dasitzende Besucherin, um schließlich den Raum zu verlassen. (Korte 43-44)

Timecode: 0:00:35 - 0:00:38

Weiterführende Literatur

Korte, Helmut. Einführung in die Systematische Filmanalyse. 3. Aufl. Berlin: Erich Schmidt, 2004. Print.

Kuchenbuch, Thomas. Filmanalyse. Wien: Böhlau, 2005. Print.

Mikos, Lothar. Film- und Fernsehanalyse. Konstanz: UVK, 2008. Print.

  1. 04. Dec 2012

    Begriff:
    Französische Variante fehlt.
    Ich denke es gibt noch weitere Varianten in Englisch und evt. auch Deutsch.

  2. 08. Jan 2013

    Erstnennung inkorrekt.
    Zitieren laut MLA.

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