Zum Ende der Metadaten springen
Zum Anfang der Metadaten

Kontrastmontage

Deutsch

Kontrastmontage

Kollisionsmontage

Englisch

contrast montage

 

Französisch

Montage du contraste

Definition

Die Verbindung von mehreren Einstellungen kann in ähnlicher Weise "weich" durch einen kaum bemerkbaren Schnitt erfolgen oder durch "harte" Schnitte als gezielte Kombination verschiedener Vorgänge und Handlungsorte das präsentierte Geschehen rhythmisieren und spannungssteigernd zuspitzen (Parallelmontage), verschiedene Einstellungsgrößen oder gegensätzliche Bildinhalte zu einer gemeinsamen Aussage oder Metapher vereinigen (Kontrastmontage). Während Montagen in diesem Sinne besonders von den sowjetischen Filmemachern der 1920er Jahre (Eisenstein, Pudowkin, Wertow, Kuleschow u.a.) zum Kernelement einer differenzierten Stummfilmästhetik weiterentwickelt wurden, dominierten beispielsweise im klassischen Hollywoodfilm dieser Jahre die "weichen" Übergänge, der unbemerkte Schnitt, der auch als Unsichtbarer Schnitt bezeichnet wird.

Montage

Exkurs: Montage als eigenständiges Gestaltungselement: Bereits kurz nach der "Geburt" des neuen Mediums (1895) erprobten die Pioniere filmischen Erzählens die Möglichkeiten von Kameraeinsatz, Einstellungsgröße und Schnitt, um auch komplexere Handlungsabläufe rein visuell (ohne Ton) dem Betrachter verständlich zu machen. So experimentierten u.a. die Engländer George A. Smith und James Williamson um 1900 mit dem Wechsel von verschiedenen Einstellungsgrößen wie Totale und Nahaufnahme und der Kombination von verschiedenen Handlungsorten (»Schule von Brighton«). Vor allem der Amerikaner Edwin S. Porter entwickelte diese Ansätze schöpferisch weiter. Andere - wie beispielsweise der Däne Benjamin Christensen und die amerikanischen Regisseure James Stuarl Blackton oder David W. Griffith - vervollkommneten die Möglichkeit, Geschichten vorwiegend visuell über Bildaufbau und gezielt arrangierte Bildfolgen zu erzählen. Griffith beispielsweise differenzierte und erweiterte die bis dahin gefundenen Elemente einer filmischen "Sprache" in seinen über 400 meist kürzeren Filmen, die er zwischen 1908 und 1913 für die "Biograph" drehte.

(Korte 31f)

Zugehörigkeit

Übergeordnete Begriffe

Montage

Schnitt

Verwandte Begriffe

Parallelmontage

Untergeordnete Begriffe

Kreuzschnitt

Erstnennung

AutorIn

 

Jahr

 

Publikationstitel

 

Publikationsart

 

Beispiele

Streik (1924)

Film: Streik. Reg. Sergej Michailowitsch Eisenstein. 1924. Film.

Quelle Bildbeispiel: Korte, Helmut. Einführung in die Systematische Filmanalyse. 3. Aufl. Berlin: Erich Schmidt, 2004: 35f. Print.

Weiterführende Literatur

Korte, Helmut. Einführung in die Systematische Filmanalyse. 3. Aufl. Berlin: Erich Schmidt, 2004. Print.

Kuchenbuch, Thomas. Filmanalyse. Theorien - Methoden - Kritik. 2. Aufl. Wien: Böhlau, 2005. Print.

Mikos, Lothar. Film- und Fernsehanalyse. Konstanz: UVK, 2008. Print.

  1. 21. Nov 2012

    Gibt es den begriff nicht in anderen Sprachen?
    Bei den Beispielen entsprechende Stellen nennen (mit Zeitangabe)

Schreiben Sie einen Kommentar...