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Einstellungsverbindungen 

Deutsch

Einstellungsverbindungen

Englisch

shot bonds

Französisch 

Definition

Unter Einstellungsverbindungen zählt man besonders die Überblendung, die Aufblende und die Abblende. Diese Verbindung von Einstellungen erfolgt "weich", sodass man den Schnitt kaum bemerkt.

Bezüglich der Einsatzmöglichkeit von Einstellungsverbindungen um der Narration zuzutragen meint Korte: „Eine der ältesten Möglichkeiten, verschiedene Kamerastandpunkte, Bildinhalte und Blickwinkel >weich< zu verbinden, ist die Überblendung: Während die Kamera das Objekt A aufnimmt, wird langsam die Blende geschlossen, der Film entsprechend zurückgespult, die Kamera neu eingerichtet und während jetzt das Objekt B aufgenommen wird die Blende behutsam wieder aufgezogen: Objekt A scheint in B überzugehen." Die Überblendung dient meist dazu, Traumsequenzen, Gedanken und Rückblenden hervorzuheben, unterschiedliche Handlungsorte, Personen oder Gegenstände in einen inhaltlichen Zusammenhang zu bringen, oder auch, um das Erzähltempo zu steigern. Die Verbindung von mehreren Einstellungen kann in ähnlicher Weise >weich< durch einen kaum bemerkbaren Schnitt erfolgen oder durch >harte< Schnitte als gezielte Kombination verschiedener Vorgänge und Handlungsorte das präsentierte Geschehen rhythmisieren und spannungssteigernd zuspitzen (Parallelmontage), verschiedene Einstellungsgrößen oder gegensätzliche Bildinhalte zu einer gemeinsamen Aussage (Kontrastmontage) oder Metapher vereinigen.“ (Korte 30)

Zugehörigkeit

Übergeordnete Begriffe

Montage

Sequenz

Verwandte Begriffe

Einstellung

Untergeordnete Begriffe

 

Aufblende

Abblende

Phasenbild

Überblendung

Herkunft - Etymologische Ableitung

„Der Begriff ‚Einstellung‘ im deutschen Sprachgebrauch stammt vom apparativen Einstellen der Kamera her, auch wenn als Bedeutung die ‚Einstellung‘ der Kamera und der Regie zu den gefilmten Dingen und Menschen mitschwingt. […] Der angelsächsische aggressivere Begriff ‚shot' für Einstellung setze sich erst zu Beginn der 50er Jahre durch. Am Anfang sprach man bei der Einstellung von der ‚scene‘ als kleinster Erzähleinheit auf dem Filmstreifen, später dann auch vom ‚take‘. […] Zu Beginn des Films und seines Schnitts wurden nur Anfang und Ende der Einstellung beschnitten […]. Damals [1895] war jede Einstellung eine in sich ungeschnittene Szene, die Filme waren sogenannte single-shot-scenes. […] Daß ein Filmstreifen mehr als eine Einstellung enthalten konnte, ‚erfuhr‘ der französische Illusionist und Filmkünstler George Méliès 1896 durch einen Zufall. Bei einer Aufnahme verfing sich der Film in der Kamera, und Méliès konnte am Place de l´ Opéra erst mit einminütiger Verzögerung weiterkurbeln. […] Damit wurde erstmals das Prinzip sichtbar, Einstellungen, die Verschiedenes zeigen, zeitlich nahtlos hintereinander und räumlich identisch aufeinander zu projizieren. Der erste Filmstreifen von Méliès, der zwei verschiedene Einstellungen hintereinander zeigte, verdankte dies also nicht einem Schnitt, sondern zufällig dem, was man später einen ‚Stopptrick‘ nannte und von Méliès dann auch häufig verwendet wurde.“ (Beller 11ff)

Erstnennung

AutorIn

 

Jahr

 

Publikationstitel

 

Publikationsart

 

Beispiele

Citizen Kane (1941)

Film: Citizen Kane. Reg. Orson Welles. RKO Radio Pictures, 1941. Film.

Filmstelle: Eröffnungsszene und Credits

Quelle: "Citizen Kane: Opening in Slow Disclosure." YouTube, 2011. Web. 5 Apr. 2013. <http://www.youtube.com/watch?v=uN1dkhqlcqo>.

Weiterführende Literatur

Korte, Helmut. Einführung in die Systematische Filmanalyse. 3. Aufl. Berlin: Erich Schmidt, 2004. Print.

Mundt, Michaela. Transformationsanalyse: Methodologische Probleme der Literaturverfilmung. Tübingen: Niemeyer, 1994. Print.

  1. 03. Dec 2012

    Den Begriff gibt es noch in anderen Sprachen.

  2. 12. Dec 2012

    Erstnennung, Beispiele und weiterführende Literatur fehlt.

  3. 07. Jun 2013

    Welches Werk von Beller wurde zitiert?

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