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Assoziationsmontage

Deutsch

Assoziationsmontage

metaphorische Montage

Kollisionsmontage

Englisch

association montage

Französisch

association montage

Definitionen nach

James Monaco

Diese besondere Form der Montage soll durch die Zusammenstellung der Bildeinstellungen beim Zuschauer bestimmte Assoziationen hervorrufen. (Monaco 20)

Die Assoziationsmontage basiert auf der vorausgesetzten Fähigkeit des Menschen/Publikums, aus kleineren Elementen eine größere Einheit zu bilden, selbst wenn diese anscheinend keine Handlung, Raum oder Ähnlichkeit gemein haben. Laut Eisenstein treffen dabei Bedeutungen aufeinander, die ein Drittes, ein Nichtgezeigtes, freisetzen - Assoziationen, die durch die damit verbundene Subjektivität nicht immer eindeutig bzw. dynamisch sein können. 

Zugehörigkeit

Übergeordnete Begriffe

Film

Montage

Schnitt

Verwandte Begriffe

Attraktionsmontage

Filmrealität

Kollisionsmontage

metaphorische Montage

Untergeordnete Begriffe

Bedeutung

Manipulation

Publikum

Signifikanz

Verbindung

Zuschauer

 

Herkunft - Etymologische Ableitung

"Assoziieren" war zuerst ein Wort der Kaufmannsprache, dann vor allem ein Wort der Psychologie. Kommt vom lateinischen "socius" (Gefährte) und "sociare" (vereinigen, verbinden). Wurde im 17. Jahrhundert vom französisch gleichbedeutenden "s'associer" entlehnt und meint "sich verbinden, sich zusammenschließen".

Die Montage ist morphologisch dem "Montieren" zugehörig, welches "zusammenbauen" bedeutet. Wurde im Mittelhochdeutschen ("muntieren" - rüsten, ausrüsten) dem für das späte Latein anzusetzende "montare" (den Berg besteigen, aufsteigen) entlehnt. Seit dem 17. Jahrhundert ist es unter dem Einfluss vom französischen "monter" (aufstellen) in die heutige Bedeutung gerückt.

(Kluge 44, 487)

Erstnennung

Eisenstein hat diese Art der Montage etwa bei seinen Filmen Streik von 1924 und Panzerkreuzer Potemkin 1925 angewandt.

AutorIn

Sergej Eisenstein

Jahr

1924

Publikationstitel

Montage der Filmattraktionen

Publikationsart

Schrift

Beispiele

Assoziationsmontage im Film Forrest Gump

Film: Forrest Gump. Reg. Robert Zemeckis. Paramount Pictures, 1994. Film. 

Filmstelle: Mrs.Gump ist zu Besuch in der staatlichen Schule, um Forrest anzumelden. Dass Forrest ihr Sohn ist und bei den Worten des Schulleiters ("Ihr Sohn ist anders") gemeint ist, obwohl er nicht im Bild ist, wird klar durch die Einstellung davor, in der sie gemeinsam zur Schule gingen. Obwohl man dann in der folgenden Szene nur das Wohnhaus der Gumps von außen sieht und Geräusche hört, lässt sich aus der "Schul-Szene" assoziieren, dass Forrests Mutter und der Schulleiter miteinander schlafen, da sie am Ende sagte, dass es einen Weg geben müsse, um Forrest auf die Schule zu bekommen und der Schulleiter sie fragte, ob es einen Mann an ihrer Seite gäbe.

Timecode: 07:00-09:07

Quelle: "Forrest Gump German 1994 DVDRiP INTERNAL-NOiR-1." StreamCloud, n.d. Web. 6 Nov. 2012. <http://streamcloud.eu/sxpqutbw6zen/Forrest.Gump.German.1994.DVDRiP.XViD.iNTERNAL-NOiR-1.avi.html>.







Weiterführende Literatur

Bordwell, David. The Cinema of Eisenstein. Cambridge: Harvard University Press, 1993. Print.

Eisenstein, Sergej. Das dynamische Quadrat. Schriften zum Film. Schriften zum Film. Köln: Röderberg, 1988. Print.

Haucke, Lutz, und Hans Jürgen Wulff. "Assoziationsmontage." Lexikon der Filmbegriffe. 13 Okt. 2012. Web. 6 Nov. 2012. <http://filmlexikon.uni-kiel.de/index.php?action=lexikon&tag=det&id=4585>.

Holenstein, Elmar. Phänomenologie der Assoziation. Zu Struktur und Funktion eines Grundprinzips der passiven Genesis bei E. Husserl. Den Haag: Nijhoff, 1972. Print.

Kandorfer, Pierre. Lehrbuch der Filmgestaltung: theoretisch-technische Grundlagen d. Filmkunde. Köln: DuMont, 1994. Print.

Kluge, Friedrich. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Unter Mithilfe von Max Bürgisser und Bernd Gregor völlig neu bearb. von Elmar Seebold. Berlin: de Gruyter, 1989. Print.

Monaco, James, und Hans-Michael Bock, Hrsg. Assoziationsmontage. Film verstehen. Das Lexikon. Die wichtigsten Fachbegriffe zu Film und Neuen Medien. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2011. Print. 

  1. 03. Dec 2012

    Es gibt noch weitere Begriffsvarianten, wie beispielsweise auf deutsch ¨metaphorische Montage¨.

    1. 11. Feb 2014

      Anonym sagt:

      Bei Ihnen liegt ein Irrtum vor:

      (1) Ich habe nicht mit Prof.Dr.Wulff das von Ihnen geprägte Stichwort "Assoziationsmontage" definiert. Ihre Autorenangaabe ist also falsch

      (2) In keiner der mir zugängigen Übersetzungen von Eisensteins Schriften wird der Begriff Assoziationsmontage verwendet. Bei der Verwendung dieses Begriffes folgen Sie wahrscheinlich J.Monaco.

      Dr.Lutz Haucke

  2. 12. Feb 2014

    Anonym sagt:

    Noch eine Ergänzung zum 2. Kommentar (12.2.14):

    Eisenstein sagte im Gespräch ("Das Teufelsnest",in: Kinogazeta 11.11.1924):  "Zum ersten Mal in der Geschichte des Films wird von mir in diesem Film (gemeint ist STREIK,1924) eine

    assoziative Montage-Methode verwendet. Zum Beispiel: Die Szene mit dem Blutbad unter den Massen, die in Totalen gebracht wird und mit Nahaufnahmen eines im Schlachthof gefilmten realen Todes montiert wird. Dies geschieht mit dem Ziel eines Einddrucks von größtmöglicher Intensität."(In: S.M.Eisenstein: Schriften Bd.1, hgbn.von H.-J.Schlegel, München 1974, S.212/13). Man sollte beachten, dass Eisenstein von einer Montage-Methode und nicht von einem Montagetyp spricht.

    Sinnvoll ist es, den historischen Kontext der Eisensteinschen Montagebegriffe zu betonen wie er mit dem Begriff der "metaphorischen Parallelmontage" gegeben ist. Griffith entwickelte im amerikanischen Stummfilm die Parallelmontage

    dramatischer Handlungsstränge. Eisenstein entwickelte eine epische Fabelstruktur und grenzte sich mit dem Begriff der "metaphorischen Parallelmontage" bei Anwendung seiner assoziativen Montage-Methode von Griffith ab.

    Dr.Lutz Haucke

     

  3. 29. Nov 2016

    Anonym sagt:

    Hurensohn

  4. 29. Nov 2016

    Anonym sagt:

    Tut mir leid.

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