Skip to end of metadata
Go to start of metadata

DIE WEPSEN



Die Wepsen nennen sich selbst vepslaine, bepslaane, lüdinik oder lüdilaine. Jordanes, ein Gelehrter des 6. Jahrhunderts, bezeichnete die Wepsen in seinem Werk De origine actibusque Getarum, kurz Getica, als vasina. Nestor, ein Mönch des 11. Jahrhunderts, beschrieb sie in seinem Werk Nestorova letopis (Nestorchronik), der ältesten erhaltenen ostslawischen Chronik, als vas. Diese beiden Namen beziehen sich wahrscheinlich auf Važiny, einen Ort am Fluss Svir.
In russischen Quellen wurden die Wepsen oft chud genannt, hierbei handelte es sich allerdings um eine Sammelbezeichnung für mehrere finno-ugrische Völker. In Anlehnung an diese Bezeichnung stehen die Wörter chukhars oder chuknas auch im heutigen Russisch als abschätzende Bezeichnung für das Volk der Wepsen.
(1) (2) (4) (7)

#Abb. 1 Flagge der Wepsen

Inhaltsverzeichnis



Geschichte


Obwohl die Daten aus Volkszählungen der Sowjetunion sehr ungenau und nicht verlässlich sind, ist es unschwer zu erkennen, dass die Bevölkerungszahl der Wepsen rapide und unabdingbar schwindet. (1)

Jahr

Bevölkerung (5)

1897

~ 26 000

1926

~ 33 000

1939

~ 32 000

1959

~ 16 000

1979

~ 8 000

1989

~ 12 000

2002

~ 8 000

Der extreme Bevölkerungsschwund nach den 1930ern ist auf den Stalinistischen Terror zurückzuführen, der erneute sprunghafte Schwund nach den 1950er auf den Druck seitens der Behörden, sich bei Volkszählungen als Russe einzutragen. Im Jahr 2002 ist der Bevölkerungsstand wieder etwa auf den von 1979 zurückgefallen, was sich damit erklären lässt, dass die Anzahl der Wepsen in den ländlichen Gebieten wieder stark zurück gegangen ist. Diese Zahlen sind alarmierend, da sich zeigt, dass sich trotz der getroffenen Maßnahmen, wie Sprachunterricht und Anhebung des Status der Wepsen im Allgemeinen, scheinbar wenig am Rückgang der Bevölkerungszahlen der Wepsen ändert. (4) (5)

Woher die Wepsen ursprünglich gekommen sind, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen. Vermutlich haben sie sich von den anderen ostseefinnischen Völkern abgesondert und sich zum Ende des 1. Jahrtausends am Ladogasee angesiedelt. Sie waren eines der bedeutendsten finno-ugrischen Völker und beherrschten die wichtigsten Handelswege, bis die wepsischen Gebiete im Jahr 1485 zum Großfürstentum Moskau, einem russischen Teilstaat, der durch seine Vormachtstellung in der nordöstlichen Rus und durch stetigen politischen und geographischen Machtzuwachs zur Keimzelle des Russischen Reiches wurde, annektiert wurden. Die weitere Besiedelung Richtung Norden durch die Russen führte dazu, dass die wepsischen Gebiete auf ein Minimum schrumpften. Weiters formten russische Kolonien einen Keil im Gebiet des Flusses Svir und trennten so die Nordwepsen von den Mittelwepsen. Das Eindringen der Russen in die Gebiete um die Zuflüsse zum Fluss Svir trennte die Nordwepsen auch von ihrem Nachbarvolk, den Lüden, welche zum Volk der Karelier gehören.
Andere Faktoren, die die Dezimierung der Wepsen beschleunigten, waren die erhebliche Zerstörung der Umwelt durch immenses Abholzen von Bäumen am Fluss Oyat, massive ideologische Beeinflussung zugunsten der orthodoxen Religion, Unterricht ausschließlich in russischer Sprache und die Nähe zu Sankt Petersburg, dem „Zentrum“ des Reiches. (1) (2) (3)
Der schwerste Schlag wurde dem Volk aber vom sowjetischen Regime versetzt. Nachdem das 20. Jahrhundert sogar relativ vielversprechend begonnen hatte und es ein „nationalen Erwachens“ gab, hielt diese Periode jedoch nicht lange an. Denn bereits 1937 begann die von Josef Stalin veranlasste „Zeit des großen Terrors“, welche alle Minderheiten der Sowjetunion gewaltsam unterdrückte und somit auch die Wepsen betraf. Alle nationalen kulturellen Aktivitäten wurden gestoppt, die Assimilation wurde vorangetrieben und wepsischen politischen Bezirke wurden aufgelöst. Durch die Zerstörung jeglicher Infrastruktur, wie Arbeit, Einkaufsmöglichkeiten, medizinische Versorgung und die Anbindung an Straßen, wurden viele wepsische Dörfer ausgerottet und Menschen vertrieben.
Während des 2. Weltkrieges, dem Fortsetzungskrieg, besetzten die Finnen die Gebiete der Nordwepsen und Wepsen konnten als Freiwillige in die finnische Armee eintreten. Nach dem Rückzug der finnischen Truppen aus den nordwepsischen Gebieten bestraften die russischen Machthaber alle, die beschuldigt wurden, mit den Finnen kooperiert zu haben.
Nach dem Krieg zogen viele junge Wepsen in die Städte und integrierten sich im neuen russischen Umfeld, sowohl die Kultur als auch die Sprache betreffend.
Somit gab es in wepsischen Dörfern kaum junge Menschen und das Durchschnittsalter betrug mehr als 40 Jahre. Gezielte Umsiedelungen von Menschen aus anderen Teilen Russlands in die wepsischen Gebiete trugen außerdem dazu bei, dass der Prozentsatz an Wepsen in den nordwepsischen Gebieten auf 50% oder sogar weniger sank. Zwar wurde im Jahr 1994 ein eigener Amtsbezirk für die Wepsen geschaffen, aber alle Versuche eine gemeinsame administrative Einheit für alle wepsischen Siedlungen zu schaffen, scheiterten bisher am Widerstand der Russen. (1) (4)

Geographische Verbreitung


Der heute Lebensraum der Wepsen befindet sich in Nordwestrussland zwischen den Seen Ladoga, Onega und dem Weißen See, wo sich das Volk in drei Hauptgruppen aufteilt. Die Nordwepsen leben in der karelischen Republik in der Nähe des Onegasees, südlich von Petrosawodsk, der Hauptstadt Kareliens. Die Mittelwepsen, die bevölkerungsreichste Gruppe, sind im Kreis Sankt Petersburg am Fluss Oyat beheimatet. Die Südwepsen leben sowohl östlich des Kreises Sankt Petersburg als auch am nordwestlichen Ende der Provinz Wologda. Die Wohngebiete der Wepsen waren auf die Gouvernements Olonetz und Novgorod aufgeteilt. (1) (3) (4)

Die Mittel- und Südwepsen stehen manchmal, wenn auch selten, in Kontakt miteinander, während die Nordwepsen sowohl durch den Fluss Svir, als auch durch russische Ansiedlungen, von den anderen Gruppen getrennt sind. (1)

#Abb. 2 Karte der Verbreitungsgebiete der Wepsen

Kultur


Die Wepsen lebten traditionell in meist zweistöckigen Hütten aus Holz, deren Innenraum in zwei Teile aufgeteilt war. Man begann bereits im Februar mit der Reduzierung der Wälder, danach wurden die Stämme zur Austrocknung gestapelt, im Herbst wurde die Baumrinde entfernt und dann die Stämme bis zum Frühling weiter getrocknet. Undichte Fenster wurden mit Moos abgedichtet. Gedeckt war das Satteldach der Hütten entweder mit Schindeln oder Stroh, der Hinterhof grenzte an das Wohnhaus und bildete mit ihm eine Einheit. Die Hütten hatten meist zwei bis vier Fenster und die Fassaden waren mit geschnitzten Architraven geschmückt. Haus und Hof waren von einem Zaun oder einer Hecke umgeben, Infrastruktur wie etwa Scheunen, Schuppen oder die Mühle wurden von mehreren Familien benutzt. Bei Bauernhöfen befand sich die Scheune im Erdgeschoss, der erste Stock wurde als Heuboden und zur Lagerung landwirtschaftlicher Geräte benutzt. (8)
Der Ofen war der Mittelpunkt des Hauses. Er gab Wärme und Licht, in ihm wurden Pilze, Pflanzen und Beeren getrocknet. Man war der Ansicht, dass der Hausgeist unter dem Ofen wohnte. Der Ofen war entweder aus Schlamm oder Ziegelsteinen gemauert. Er ist außerdem ein wichtiger Bestandteil in vielen Riten wie Mutterschaft, Hochzeit oder Beerdigung. Weiters befand sich im Raum ein heiliger Schrein, welcher sich meist gegenüber dem Herd zwischen zwei Fenstern befand. Im Schrein wurden Nähzeug, heiliges Wasser, ein Beutel mit Salz und religiöse Ikonen aufbewahrt. Der Schrein war mit einem Handtuch und einem Kerzenständer geschmückt. Am Tisch um den Schrein hatte jedes Familienmitglied seinen eigenen Platz. Gegenstände für den täglichen Gebrauch wurden hinter dem Ofen aufgestapelt, im Geschirrschrank wurden das Tongeschirr und andere kleinere Gegenstände verstaut. Des Weiteren befanden sich ein Bett, ein Sofa, ein Tisch und eine Truhe im Wohnraum, unter dem Fenster war meist ein Webstuhl aufgestellt. Beleuchtet wurde die Hütte von einer Petroleumlampe, die über dem Tisch hing. An den Wänden standen Bänke, die untertags zum Arbeiten und nachts zum Schlafen benutzt wurden. Einen besonderen Platz hatte auch der doppelseitige Schrank, in dem Speisen und Lebensmittel gelagert wurden und der den Raum in zwei Hälften teilte. Er wurde in der Regel von einheimischen Meistern hergestellt und war reich mit Schnitzereien verziert und geschmückt. (2) (8)

      

#Abb. 3 Skizze einer wepsischen Hütte
#Abb. 4 geschnitzte Architrave an einem wepsischen Haus
#Abb. 5 Tisch mit Petroliumlampe und heiligem Schrein
#Abb. 6 geschmückter, heiliger Schrein
#Abb. 7 traditioneller, wepsischer Webstuhl
#Abb. 8 doppelseitiger Schrank

Ihren Lebensunterhalt verdienten die Wepsen meist in der Landwirtschaft, vor allem Brandrodungsackerbau war weit verbreitet. In den Gebieten der Wepsen wuchs vielerlei Getreide, zum Beispiel Gerste, Roggen und Weizen. Außerdem wurden Gemüse, Rüben, Flachs und Hopfen angebaut. Der Pflug wurde von einem Menschen und einem Pferd bedient und war aus Holz. Weiters wurde eine Egge benutzt um den Boden aufzulockern. Geerntet wurde das Getreide mit Sicheln und Sensen. (8)
Auch die Jagd war eine der wichtigsten Aktivitäten der Wepsen. Jagen brachte nicht nur Nahrung, sondern konnten auch die Häute der Tiere verkauft werden. Meist wurden Eichhörnchen, Hasen, Elche, Bären und Füchse gejagt. Die Wepsen kannten verschiedene Jagd-Techniken, meist wurden verschiedene Arten von Fallen und Schlingen verwendet. Im Winter wurden die Spuren der Schi und Füße im Schnee mithilfe eines hölzernen Paddels bedeckt. (8)

Auch die Fischerei war ein wesentlicher Bestandteil der wepsischen Kultur, denn die Gewässer in der Gegend waren sehr fischreich. Die Wepsen stellten selbst Haken her und benutzten weiters Angelschnüre und Reusen zum Fischfang. Die Wepsen besaßen eine einmalige See- und Gewässerkarte der Umgebung. Es war ein Stück Birkenholz, auf dem das Profil der Küste zur Orientierung eingeschnitzt war. Mithilfe dieser Karte konnte man sich auf dem großen Onegasee zurechtfinden. (8)

Die Wepsen hielten außerdem Vieh. In der Regel waren das Rinder, Pferde, Schafe, Ziegen und Hühner. Die Rinder wurden geschätzt und gepflegt, der Schäfer war einer der angesehensten Männer im Land und wurde oft als Zauberer angesehen.
Im Jahr 1703 gründete Peter der Große, ein russischer Zar, eine Metallverarbeitungs- und Munitionsfabrik in der Nähe des Onegasees, welche von nun an eine wichtige Einkommensquelle für die Wepsen aus der Region darstellte. Zuvor waren viele Wepsen als Wanderarbeiter in Nordrussland, Finnland und Estland unterwegs. Viele Männer waren in den Sommern auch in den Schokscha-Porphyr-Minen zum Gesteinsabbau beschäftigt. Die Saisonarbeit hatte große Bedeutung für die Wepsen. Ihre Arbeitsfelder waren Protokollierung und Flößerei, Wahrung der Schifffahrt am Fluss Svir, Arbeit mit Leder und Lammfell, Schuhmacherei, Böttcherei und Töpferei. Jedes Dorf und jede Siedlung hatte seine eigene Spezialisierung. Die Arbeit im Dorf lastete auf den Schultern der Frauen, wenn die Männer auf Saisonarbeit waren. (2) (8)
Weiters waren die Wepsen für ihre Steinmetzkunst bekannt und geschätzt. Eine andere wichtige Handwerkskunst war das Herstellen von Gegenständen für den täglichen Gebrauch aus Birkenrinde. Außerdem waren die Wepsen für ihre guten Handwerker im ganzen Land bekannt: Schmiede, Metallurgen, Töpfer und Schreiner. (8)

#Abb. 9 Reuse zum Fischfang

Die Wepsen besaßen vielerlei Arten an Fortbewegungsmitteln, beispielsweise Boote (Einbaum, Floß) und den Schlitten. Weiters waren sie exzellente Schifahrer. Sie stellten ihre Schi selbst her und befestigten Schuhe, die nach oben gebogene Spitzen hatten, mithilfe von Seilen daran. (8)

So bunt wie ihre Beschäftigungsfelder war auch die Nahrungszusammensetzung der Wepsen. Fleisch, Fisch, Beeren, Getreide und Pilze standen auf dem Speiseplan. Aber auch die Nachspeisen spielten ohne Zweifel eine wichtige Rolle, auch Brot wurde selbst gebacken. Fleisch wurde gebeizt oder getrocknet, Fisch wurde im Ofen getrocknet und auf den Giebeln der Hütten aufgehängt. Sehr gerne verzehrten die Wepsen eine flüssige Speise aus Preiselbeersaft gewürzt mit Hafer oder Roggen. Eine weitere Spezialität war das weithin bekannte Bier der Wepsen, genannt olud.
Zum Frühstück aßen die Wepsen oft und gerne Pfannkuchen aus Haferflocken, welche mit Sauerrahm oder Heidelbeeren gegessen wurden. Oft wurde für den Mittagstisch Fleisch in einer Suppe gekocht, wobei die Suppe dann als Vorspeise gegessen wurde und das Fleisch später als Hauptspeise aufgeschnitten wurde. Dieser Brauch hat sich bis heute bewahrt. (8)
Auch die Küchengeräte wurden von den Wepsen selbst hergestellt. Der Quirl musste eine ungerade Anzahl von Hörnern habe, denn, so glaubte die Hausherrin, Brot würde so besser und schneller aufgehen. Zum Schneiden von Fleisch wurde ein Werkzeug verwendet, das aus einem einzigen Stück Holz hergestellt wurde. (8)

Religion und Rituale

Statistisch gesehen waren die Wepsen orthodox. Dies erklärt, warum es kaum Widerstand gegen die Russifizierungsmaßnahmen gab. Als Folge haben sich die orthodoxen Riten jedoch mit den Elementen der Naturreligion verbunden und es entstand eine Art Volksreligion. Die Wepsen glaubten besonders an die magische Kraft des Hechtes und der Bärenkult nahm eine wichtige Rolle im religiösen Leben ein. Allgemein verehrten sie Tiere, Vögel und Fische; auch glaubten sie an einen Hausgeist. Besonders verehrt wurden auch einige Bäume, wie zum Beispiel die Erle, die in einigen Ritualen eine wichtige Stelle einnimmt. Die Kraft der Worte spielte für die Wepsen ebenfalls eine wichtige Rolle. Mit Beschwörungen und Sprüchen wurden Krankheiten und Unglücke bekämpft und es sollte vor Not und dem bösen Blick geschützt werden. Im 18. Jahrhundert wurde ein Sammelband veröffentlicht, in dem solche wepsischsprachigen Beschwörungsformeln in russischer Stenographie festgehalten wurden. (2) (5) (8)
Auch der Regenbogen hat für die Wepsen eine besondere Bedeutung. Über dem Onegasee ist er sehr häufig zu sehen, oft mehrmals am Tag. Die sieben Farben symbolisieren die sieben Seiten des Lebens der Wepsen: Rot ist die Farbe eines Steines in der Umgebung, Orange steht für das lebensspendende und reinigende Feuer, Gelb wie die warme Farbe von Holz, Grün ist die Farbe des Waldes, Hellblau steht für Wasser, Dunkelblau für die Sumpfblumen und Violett steht für die Weidenröschen, die auf Mutter Erde wachsen. (9)

Rituale waren für die Wepsen ein wichtiger Teil ihrer Religion:

Wald und Gewässer: Holz spielte eine wichtige Rolle im Leben der Wepsen. Es war nicht nur eine Nahrungsquelle (Beeren, Pilze, Wild), sondern wurde auch als Baustoff und Wärmequelle benutzt. Das Verhältnis der Wepsen gegenüber dem Wald war respektvoll, es wurden keine Bäume gefällt, wenn es nicht notwendig war und es wurde nicht einmal ein Zweig abgebrochen. Damit man im Wald Nahrung fand, brachten die Wepsen Gaben, wie zum Beispiel Brot oder Kuchen. Auch damit das Vieh im Wald nicht verloren ging, brachten die Wepsen Brotkrusten, Salz, Ei, Tabak, Streichhölzer, Zucker oder Tee als Opfergaben. (8)
Auch das Wasser spielte eine sehr wichtige Rolle im Leben des Volkes. Niemals durfte über Wasser geschimpft werden, ebenso sollte man es vermeiden, den Besitzer von Wasser (eines Sees oder Flusses) zu beleidigen. Wenn sich in der Nähe eine Pfütze befinden sollte, durfte man seine Stiefel nicht im See oder Fluss waschen, sondern musste sie in der Pfütze waschen. Am Gründonnerstag brachte die Hausfrau vor Sonnenuntergang Wasser in den Haushalt, mit diesem wurde das Haus gewaschen und geputzt. So sollten Unglück und Krankheit abgehalten werden. (8)

Baden und Waschen: Das wepsische Bad unterscheidet sich nicht stark vom russischen Bad, jedoch wurde das Waschen durch eine ganze Reihe von Ritualen begleitet. Das Bad galt als der Ort, an dem der Teufel lebte. Um ihn zu besänftigen, wurden Brotstücke mit Salz ausgelegt. Weiters durfte im Bad weder geklopft noch geschimpft werden. Vor dem Bad musste man den Teufel drei Mal um Erlaubnis bitten, während des Bades durfte man nichts Schlechtes denken, denn sonst wurde man krank und nach dem Bad wurde eine Dankesformel aufgesagt. (8)

Hausbau: Der Hausbau begann bereits mit der Auswahl des Bauplatzes, welche sehr ernst genommen wurde. Sollte der falsche Platz ausgewählt werden, könnte dies sogar zum Tod des Bauherrn führen. Bei der Verlegung des Bodens wurden in den Ecken der Hütte Silber- und Kupfermünzen ausgelegt, dies sollte Glück bringen. Als eine gute Zeit für den Baubeginn galt Vollmond. Das fertige Haus betrat als erstes der Hausherr mit der Ikone, danach wurde ein Hahn von der Hausherrin an die Türschwelle gesetzt. Begann er zu singen, würde das Leben im neuen Haus glücklich sein, sang er nicht, würde das Leben nicht mehr lange währen. Auch wurde Birkenholz aus dem alten Haus mitgebracht, es sollte das neue Heim wärmer und reicher machen. Da die Wepsen glaubten, dass derjenige, der das neue Haus als erstes bewohnt auch als erstes sterben würde, wurde die Katze bereits am Vorabend des Einzuges ins Haus gebracht. Beim Bau einer neuen Scheune wurden dreierlei Arten Getreide auf dem Boden ausgestreut, bevor die Tiere das erste Mal hinein gebracht wurden. (8)

Folklore - Feste und Feiertage

Weihnachten: Die Feiern zu Weihnachten und Neujahr waren bei den Wepsen sehr verbreitet. Am Weihnachtstag versuchte jedes Familienmitglied früher als die anderen aufzustehen, denn dann ging das ganze folgende Jahr über die Arbeit schneller von der Hand. Weiters war es wichtig, wer am Weihnachtstag als Erstes ins Haus kommt. War es ein alter Mann mit Bart und langen Haaren, so wird sich das Haus im folgenden Jahr an Reichtum und Glück erfreuen. War es eine Frau, so brauchte man nicht auf Glück im nächsten Jahr zu hoffen. Deshalb blieben Frauen und Kinder an diesem Tag zu Hause. Am Abend vor Weihnachten zogen die Kinder singend durch die Straßen und erbaten kleine Geschenke und Leckereien von den Menschen. Weihnachtslieder wurden in Wepsisch sowie in Russisch gesungen. Nach Weihnachten gingen die Feierlichkeiten noch bis zum 6. Jänner, dem Dreikönigstag, weiter. In dieser Zeit gab es ein Theater, das Menschen aller Altersgruppen gerne besuchten. In diesem Theater waren alle Schauspieler maskiert und verkleidet, beispielsweise als Pferd, Bär oder Stier, weiters wurden Soldaten, Holzfäller, Zigeuner, aber auch Teufel, Monster und Dämonen dargestellt. Sehr verbreitet war auch das Crossdressing – Männer verkleideten sich als Frauen und Frauen verkleideten sich als Männer. Kostümierte durften ihre Gesichter nicht zeigen. Außerdem wurden zu dieser Zeit gerne Streiche gespielt, wie zum Beispiel das Verstecken eines Stapels Brennholz des Nachbarn. (8)

Geburt: Bei den Ritualen rund um die Geburt stand der Schutz des Neugeborenen an oberster Stelle, weiters sollte das Baby vor dem bösen Blick geschützt werden und es sollten ihm positive Eigenschaften vermittelt werden. Schwangere Frauen sollten nicht auf den Friedhof gehen, sollte dies wegen einer Beerdigung nicht vermieden werden können, so musste die Frau etwas Rotes, ein Tuch beispielsweise, an ihrer Brust halten, denn sonst würde das Kind mit einem blassen Gesicht geboren. Außerdem sollte eine schwangere Frau keine Schlange im Wald töten, sollte sie eine Schlange sehen musste sie drei Mal spucken und den Ort schnell verlassen. Da die Wepsen sehr große Angst vor dem bösen Blick hatten, verheimlichten sie den Beginn der Geburt ihren Familien und gingen stattdessen in einen Schuppen, Keller, in die Scheune, in ein Feld oder den Wald um ihr Kind zu bekommen. Als das Kind zum ersten Mal zum Haus gebracht wurde, legte es die Mutter auf die Türschwelle und schritt über das Kind ins Haus. Das Baby wurde zum Ofen gelegt und mit Asche beschmiert, denn das schützte ebenso vor dem bösen Blick. (8)

Hochzeit: Wepsen heirateten meist bereits im jungen Alter von 15-17 Jahren, der Bräutigam oder dessen Eltern versuchten die Braut im eigenen Dorf oder einem Nachbardorf zu finden. Ein bekanntes Sprichwort sagt: „Ein guter Mann heiratet in der Nachbarschaft, ein schlechter Mann über die Berge.“
Die wepsische Hochzeit wurde von einem Komplex an Riten begleitet und in drei Hauptteile aufgeteilt.
Es war gebräuchlich sich am Abend oder sogar in der Nacht zu verloben. Während der Eheanbahnung wurden von beiden Seiten Sicherheiten ausgetauscht und zusammen gebetet. Dies verband die beiden Parteien eng.
Sollte die Braut eine Weise sein, so musste sie vor der Hochzeit zum Grab ihrer Eltern gehen und um ihren Segen bitten. Ansonsten nahm die Braut Abschied von ihrem Elternhaus indem sie den Ofen berührte und um Vergebung bat, in ihrem neuen Zuhause, dem Haus des Bräutigams, ging sie als erstes zum Ofen und fragte nach Genehmigung und Zustimmung zum Leben im Hause.
Am Vortag der Hochzeit fand das Hochzeitsbad der Braut statt. Danach wurde das Haar der Braut von ihren Verwandten und Freunden gekämmt. Während der Prozedur des Kämmens wurden Klagen gesprochen oder gesungen. Die Wepsen glaubten, dass die Braut mit dem Bad Abschied von der Freiheit nimmt. Außerdem ging die Braut mit ihren Freunden unter einem weißen Tischtuch versteckt herum, dies gibt laut altem Glauben Schutz.
Dann begann die eigentliche Hochzeit. Der Hochzeitszug, bestehend aus einigen Schlitten, hielt vor dem Haus der Braut und der Brautpreis musste bezahlt werden, meist bestehend aus Süßigkeiten und Kuchen. Dann setzte sich der Zug in Richtung Kirche in Bewegung. Der Trauzeuge war einer der wichtigsten Teilnehmer der Hochzeit, denn er war dafür verantwortlich, dass die Trauung reibungslos ablief und die Traditionen eingehalten wurden.
Während der Hochzeit versuchte die Braut sich auf die Zehen zu stellen um größer zu sein und der Kopf der Familie werden zu können und außerdem versuchte sie nicht von dem Teppich, auf dem sie stand, herunter zu steigen und so ihre Familie stärker zu machen.
Nach der Zeremonie wurden Gerste und Federn geworfen, um das Leben des Brautpaares reicher und leichter zu machen. Der Hochzeitszug setzte seinen Weg fort, diesmal in das Dorf des Bräutigams. Ein Fass brennenden Teers führte den Zug an, der Weg für das Brautpaar wurde von Gewährschüssen und Fähnchen auf den Straßen gesäumt. Der Bräutigam trug die Frau auf Händen zu seinem Haus, wo die Eltern des Bräutigams mit einer Ikone warteten. Das Paar küsste die Ikone und verneigte sich vor den Eltern. Über ihren Köpfen wurden Daunenfedern und Gerste verstreut um ihnen in ihrem gemeinsamen Leben Freundschaft, Einigkeit und Wohlstand zu geben. (8) (10) (11)

Ältere Mitmenschen: Die Wepsen verehrten und respektierten die Älteren sehr. Die Sitte der geheimen Gnade war sehr weit verbreitet. Man platzierte einen Korb mit Milch, Brot und anderen Gütern des täglichen Bedarfs unter ihren Fenster um ihnen zu helfen. Es war nicht beleidigend Hilfe anzunehmen. (8)

Tod: Am Friedhof wird der Sarg neben das offene Grab platziert, wo die Gäste trauern können. Bevor der Sarg versenkt wird, wird eine Ikone aus den Händen des Verstorbenen und Nesseln aus dem Sarg genommen. Das Gesicht des Toten wird mit einem Tuch verdeckt und vom Kinn abwärts wird der gesamte Körper mit einem Leichentuch bedeckt. Ein paar Hände voll Erde wurden bereits auf das Tuch gestreut, danach der Sarg mithilfe von Seilen ins Grab gelassen. (12)

Kunst

Handarbeiten wie Weben, Stricken und Sticken waren nach Ansicht der Wepsen traditionelle Frauenberufe. Wepsinnen behandelten Flachs und flochten ihn zu Tüchern. Jeder Haushalt besaß Werkzeuge für die Verarbeitung von Flachs, beispielsweise Spinnrad und Spindel. Mädchen im Alter von 5 bis 7 saßen neben ihren Müttern am Spinnrad und die Kunst wurde von Mutter zu Tochter weitergegeben. Weiters bestickten Wepsinnen kunstvoll Handtücher und beherrschten das Handwerk des Strickens. Sie stellten vor allem Handschuhe und Socken her. (8)
Die meisten Gefäße stellten die Wepsen aus Ton selbst her. Man glaubte, dass Milch aus dem Tontopf besser schmeckte und länger frisch und haltbar blieb. Viele Wepsen beherrschten die Kunst des Töpferns und der Keramik, die Gefäße wurden reich verziert, beispielsweise mit Ornamenten oder geraden oder welligen Bändern. Oft wurde auch mit Blumen oder einfachen Mustern verziert. (8)
Außerdem webten die Wepsen aus Rinde, Stroh oder sogar den Wurzeln von Kiefern Gegenstände zum täglichen Gebrauch, vor allem Behälter, Schüsseln und Körbe aber auch ein Kanu konnte so hergestellt werden. (8)

#Abb. 10 aus Birkenrinde hergestellte Gegenstände


Die Bekleidung der Wepsen sowohl für Frauen als auch für Männer besteht aus genähtem Leinen. Die Verarbeitung von Flachs war schwierig und zeitaufwendig, aber in jedem Haus gab es einen Webstuhl mit dem die Hausherrin Handtücher, Bettwäsche, Teppiche und natürlich Kleidung herstellen konnte. (8)

Die traditionelle Kleidung der Frau besteht aus einem Unterrock, dessen Saum bestickt wurde. Diese Stickerei hatte rituelle Bedeutung, diente als Talisman und sollte die innere Welt der Trägerin beschützen. Ein weiterer Bestandteil der Tracht war das Mieder, welches aus Baumwolle genäht wurde und meist als rotem Kattun bestand. Über dem Rock wurde ein Kleid getragen, welches typisch wepsisch mit langen Linien verziert war. Die Stoffe für die Tracht wurden auf natürliche Weise gefärbt, blau wurde beispielsweise mithilfe von Heidelbeeren hergestellt. (8)
Auch die Schuhe wurden von den Wepsen handgefertigt. Für den Winter gab es die einzigartigen Schuhe mit der gebogenen Spitze, welche mithilfe von Seilen am Schi befestigt werden konnten. Stiefel und Sandalen wurden aus Leder genäht und die Sohle aus Borke oder Rinde hergestellt. Interessanterweise gab es bei den Schuhen der Wepsen keine Unterscheidung zwischen links und rechts. (8)

#Abb. 11 traditionelle wepsische Tracht
#Abb. 12 Schuh mit gebogener Spitze

Literatur

Das erste wepsische Buch wurde 1932 veröffentlich und war ein Lesebuch, insgesamt wurden etwa 30 Bücher in wepsischer Sprache gedruckt. Vor allem handelte es sich um Bücher für den Schulunterricht. Bis zu den 1980ern geschah in der wepsischen Literatur dann nicht viel. Es gab lediglich ein wepsisches Wörterbuch von Zaitseva und Mullonen und eine wepsische Grammatik in russischer Sprache, die ebenfalls von Zaitseva verfasst wurde.1991 wurde dann das Alphabet für das Wepsische von Zaitseva und Mullonen herausgegeben. (1) (5)
In den 1990ern ist die wepsischsprachige Literatur dann erstarkt. Sie besteht hauptsächlich aus Gedichten, Kinderbüchern und Kurzgeschichten. Bedeutende Autoren sind zum Beispiel Nikolai Abramov, der 1994 die Gedichtsammlung 33. Koumekümne koume herausgab und auch in der Redaktion der Zeitung Kodima beschäftigt ist. Rurik Lonin, der im Jahr 2000 die Sammlung Minun rahvan fol’klor, welche Gedichte, Märchen und Erzählungen enthält, herausgab. Nina Zaitseva, die einige Kinderbücher schrieb und im Jahr 2003 auch das Buch Kodimaa, Vepsämaa herausgab, welches Gedichte von verschiedenen Schriftstellern enthält. Igor Brodski, der im Jahr 2002 den ersten wepsischen Roman publizierte, welcher den Namen Kalarand trägt. (5)

Sprache


Wepsisch gehört zum ostseefinnischen Zweig der finno-ugrischen Sprachen und ist, entsprechend den Hauptgruppen der Bevölkerung, in drei Dialekte aufgeteilt: Nordwepsisch, Mittelwepsisch und Südwepsisch. Nordwepsisch ist hierbei etwas weiter von den anderen beiden Dialekten entfernt, trotzdem sind alle drei untereinander verständlich. (1) (3)

Am Beginn des 20. Jahrhunderts schien es ein kurzes „nationales Erwachen“ zu geben. Vom sowjetischen Staat unterstützt wurden wepsischsprachige Schulen errichtet, eine Schriftsprache auf Basis des mittelwepsischen Dialektes ins Leben gerufen und ein Alphabet mit lateinischen Buchstaben und Sonderzeichen, ähnlich dem der Karelier, erschaffen. Das erste wepsische Buch wurde 1932 veröffentlicht und war ein Lesebuch, insgesamt wurden etwa 30 Bücher in wepsischer Sprache gedruckt. Vor allem handelte es sich um Bücher für den Schulunterricht. Bis 1934 wurden alle Schulen mit Büchern in der Muttersprache ausgestattet, Lehrer wurden aus- und fortgebildet. (1) (3)
Diese Periode hielt jedoch nicht lange an, denn bereits 1937 begann die von Josef Stalin veranlasste „Zeit des großen Terrors“, welche alle Minderheiten der Sowjetunion gewaltsam unterdrückte und somit auch die Wepsen betraf. Alle nationalen kulturellen Aktivitäten wurden gestoppt, die Assimilation wurde vorangetrieben, wepsische Schulen wurden geschlossen, Schulbücher wurden verbrannt, Lehrer wurden verhaftet und die nationale Intelligenzia wurde getötet.
Nach dem Krieg zogen viele junge Wepsen in die Städte und integrierten sich im neuen russischen Umfeld, sowohl die Kultur als auch die Sprache betreffend. Weiters wurden vermehrt Mischehen geschlossen, in denen die Kinder dann russisch sprachen. (1) (4) (5)

Im Jahr 1989 wurde die Vepsan Kultursebr, eine Gesellschaft zur Förderung wepsischer Kultur mit dem Ziel der Wiederbelebung ihrer Kultur und Sprache, gegründet und 1997 die Vepsän Sebr, eine Gesellschaft die sich als nationaler und kultureller Interessensvertreter sieht und die Erhaltung der Sprache unterstützt. Ein Versuch in den 1990ern die wepsische Schriftsprache wiederzubeleben schlug fehl. Heute wird an lediglich fünf Schulen Wepsisch als obligatiorisches Fach unterrichtet. Ansonsten wird Wepsisch meist nur als Freifach angeboten. (1) (5)

Quellen


(1)

The Red Book of the Peoples of the Russian Empire: The Veps: Zugriff am 05.12.2011, URL: http://www.eki.ee/books/redbook/veps.shtml

(2)

Stimme Russlands: Die Wepsen: Zugriff am 05.12.2011, URL: http://german.ruvr.ru/radio_broadcast/17350884/29011637.html

(3)

Sprachen und Völker der Erde: Wepsen: Zugriff am 05.12.2011, URL: http://www.langwhich.com/lexikon/sprachen-und-voelker-der-erde/wepsen

(4)

SURI: Vepses: Zugriff am 05.12.2011, URL: http://www.suri.ee/eup/vepses.html

(5)

Schwarz, C. 2009. Die ostseefinnischen Minderheitssprachen in Russland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Dissertation, Universität Wien.

(6)

Janrich, N., Greule, A. (ed.). 2002. Sprachkulturen in Europa: ein internationales Handbuch. Tübingen: Narr.

(7)

Sinor, D. (ed.). 1988. Handbook of Oriental Studies: The Uralic languages: description, history and foreign influences. Leiden: Brill.

(8)

Die Wepsen: Geschichte und Kultur: auf russisch, Zugriff am 04.01.20112, URL: http://www.vepsy.spb.ru/

(9)

BULLETIN # 35: The Color of the Veps Stone: Zugriff am 04.01.20112, URL: http://www.indigenous.ru/fotki/bull_eng/e_35.htm#The

(10)

BULLETIN # 35: The Main Stages in Veps Wedding: Zugriff am 04.01.20112, URL: http://www.indigenous.ru/fotki/bull_eng/e_35.htm#Main

(11)

Oh, my pretty hair: Belief, Tradition and Image: Zugriff am 04.01.20112, URL: http://www.folklore.ee/folklore/vol3/kris.htm

(12)

On the customs related to death in the Erza villages of Sabajevo and Povodimovo: Zugriff am 04.01.20112, URL: http://www.folklore.ee/folklore/vol12/death.htm

Abb. 1

Zugriff am 05.12.2011, URL: http://www.flaggenlexikon.de/fwepsien.htm

Abb. 2

Schönol, V. 2011.

Abb. 3

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=2&cl=15&pid=46

Abb. 4

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=2&cl=15&pid=45

Abb. 5

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=67&cl=18&pid=19

Abb. 6

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=67&cl=18&pid=18

Abb. 7

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=72&cl=40&pid=36

Abb. 8

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=73&cl=36&pid=38

Abb. 9

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=85&cl=47&pid=53

Abb. 10

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=92&cl=3&pid=62

Abb. 11

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=69&cl=16&pid=25

Abb. 12

Zugriff am 08.01.2012, URL: http://www.vepsy.spb.ru/inc/sbp.php?id=93&cl=100&pid=81

  • No labels